Grüner Star

Was ist Grüner Star?

Beim Grünen Star handelt es sich um eine tückische Erkrankung des Sehnervenkopfes, die das Sehvermögen bleibend schädigen kann. Tückisch insofern, als er oftmals vom Patienten unbemerkt entsteht, und die Diagnose vom Augenarzt nicht immer leicht zu stellen ist.

Nach heutiger Auffassung beruht der Grüne Star in den meisten Fällen auf einer gestörten Durchblutung des Sehnervenkopfes, manchmal verbunden mit einer Erhöhung des Augeninnendruckes. Inzwischen geht man davon aus, dass die Mehrzahl der Fälle keinen erhöhten Augeninnendruck aufweist.

Der Name Grüner Star stammt von gelegentlich auftretenden Störungen in der Wahrnehmung von Farben, die manche Patienten als grünen Hof um Lichtquellen beschreiben. Diese Symptome sind jedoch außerordentlich selten und treten keineswegs zuverlässig auf, da sie nur bei einem deutlich erhöhten Augeninnendruck vorkommen. Meistens bemerkt der Patient keinerlei Symptome.

Die Erkrankung kann in allen Lebensabschnitten auftreten, sogar schon bei Neugeborenen. Die erbliche Veranlagung, das Lebensalter, Verletzungen, Entzündungen im Augeninnern, manche Medikamente, Rauchen,  Alkohol und andere Faktoren können einen Grünen Star begünstigen.

Anders als beim Grauen Star (einer Trübung der Linse), der unter dem Mikroskop gut erkennbar ist, und der heute mit einer Routine-Operation beseitigt werden kann, sind beim Grünen Star einmal entstandene Schäden meistens nicht wieder vollständig rückgängig zu machen.

Oftmals schreitet die Erkrankung unerkannt fort, das Gesichtsfeld weist bereits erhebliche Defekte auf, die der Patient erst spät wahrnimmt, da sie peripher (außerhalb der Mitte) beginnen und das Zentrum des Gesichtsfelds bis zum Schluss verschonen.

Gesichtsfeldausfall bei Glaukom (Rechts)

Vorsorge und Therapie

Ein durch den Grünen Star erblindetes Auge kann weder durch operative noch medikamentöse Maßnahmen geheilt werden. Daher ist die Früherkennung des Grünen Stars besonders wichtig. Hierzu zählen die Kontrolle des Augeninnendruckes und die Untersuchung des Sehnervenkopfes.

Wenn erforderlich, wird der Augenarzt weitere Untersuchungen, z.B. eine Gesichtsfelduntersuchung veranlassen. Daneben ist die Messung der Hornhautdicke von Interesse, auch die fotografische Dokumentation des Sehnervenkopfes wird empfohlen, um Veränderungen zu erkennen, insbesondere einem Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig vorzubeugen.

Die Therapie besteht in den meisten Fällen in der Gabe von Augentropfen. Auch eine Laserbehandlung oder eine Operation stehen heute als Optionen zur Verfügung, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.